Umgestaltung der Urnengrabstelle C1 auf dem Friedhof Baumschulenweg

  • Bauherr: Bezirksamt Treptow-Köpenik von Berlin
  • Leistungsphasen: 6 - 8 (1 - 5: Landschaftsarchitektin Gudrun Schütze)
  • Größe Größe: 1.800 m²
  • Planung/Ausführung Planung/Ausführung: 2014 - 2015

 

Die Abteilung C1 befindet sich im alten und unter Denkmalschutz stehenden Teil des Friedhofs Baumschulenweg, der im Jahr 1911 errichtet worden war. Die Aufgabe bestand darin, die in die Jahre gekommene, zum Teil stark verwilderte Abteilung aus Urnengemeinschaftsanlagen und Urnenwahlgrabstätten wieder zu ertüchtigen, die vorhandenen Wege zu erneuern und zu ergänzen. Zum Zeitpunkt der Planung und späteren Umsetzung der Umplanung waren 30 Einzelgräber und zwei Familiengräber belegt. Diese noch nicht abgelaufenen Gräber mussten fortwährend berücksichtigt werden.

 

Die Grundform der Anlage mit seinem ovalen Platz und dem mittleren Weg wurde beibehalten. Beide liegen ca. 50-60 tiefer als die sie umgebende Fläche. Hier sind die 1x1m großen Urnenwahlgräber angeordnet. Über drei Rampen sowie zwei Stufenanlagen gelangt man auf die zweite Ebene. Hier entlang sind die Familiengräber und Urnengemeinschaftsanlagen angeordnet.

Im Bestand befanden sich 18 erhaltenswerte Grabsteine aus Travertin –  ein Gestein, welches nun auch das Material der Wegeflächen und deren Einfassungen bestimmen sollte. Aus Kostengründen wurde auf ein dem Travertin nachemfundenen Betonwerkstein zurückgeriffen. Die 18 Grabsteine aus Travertin wurden im Bereich des Ovals als Gestaltvorgabe für die gesamte Anlage wieder aufgestellt. Ebenfalls erhalten wurden neun große Grabsteine, die fortan als Raumteiler sowie zu Aufnahme von Namensplaketten der hier beerdigten Personen dienen. Des Weiteren wurden kleine Hockerbänke der Altanlage mit neuen Holzlatten versehen wieder aufgestellt.

In der Mitte des ovalen Platzes wurde als Endpunkt der Wege- und Sichtachse eine ovale Metallskulptur aufgestellt. Sie besteht aus einem Stahlmantel mit Zierlochung und drei innen liegenden Böden auf denen Grablichter aufgestellt werden können, sodass eine Lichtskulptur entsteht. Auf einem Sockel aus Travertin können Blumengestecke zentral abgelegt werden. Eine weitere Möglichkeit der Gesteck- und Grablichtablage wird in Form von vier Stahlbänkchen angeboten, die anlag zur Lichtstele in dergleichen Formensprache gestaltet  sind.

 

Vorhandener Baum- und erhaltenswerter Strauchbestand wurde in die Planung integriert. Die Rahmengrünfläche erhielt einen lichten Waldcharakter aus Bodendeckern, Solitärstauden und Geophyten. An den Stämmen der Douglasien ranken Kletterrosen. Die einzelnen Urnengemeinschaftsanlagen und die noch nicht belegten Urnenwahlgräber werden mit unterschiedlichen Bodendeckern je Anlage einheitlich bepflanzt.